Irreführende Angaben über die eigenen Leistungen, so führt der Oberste Gerichtshof in einem Urteil 2017 zur Frage der unberechtigten Ausübung von Ernährungsberatung (https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20171221_OGH0002_0040OB00222_17A0000_000) aus, liegen auch dann vor, wenn bestimmte Tatsachen verschwiegen werden, so dass ein falscher Gesamteindruck hervorgerufen werden könnte.

Das gilt wohl auch für die Verwendung des Wortes Therapie und Behandlung in Zusammenhang mit Krankheitsbeschreibungen u.ä.m., wobei dabei für die Beurteilung „das Verständnis eines durchschnittlich informierten und verständigen Adressaten, der eine dem Anlass angemessene, unter Umständen daher auch bloß flüchtige Aufmerksamkeit aufwendet“ entscheidend ist.

  • Im konkreten Fall schreibt der OGH: „Das erweckt beim durchschnittlichen Verbraucher den Eindruck, die angekündigte Untersuchung und Behandlung verspreche Heilung oder Krankheitslinderung, was den Beklagten und sein Leistungsangebot automatisch in die Nähe reglementierter Tätigkeit von Gesundheitsberufen bringt. Daraus entsteht für den unbefangenen Durchschnittsbetrachter des Angebots jedenfalls der Eindruck, der Beklagte sei zur Erbringung von nur besonders qualifiziertem Personal erlaubten Beratungstätigkeiten, etwa Ernährungs-  und Sportberatung qualifiziert. Eine derartige Qualifikation liegt unstrittigerweise nicht vor (Voraussetzungen für das reglementierte Gewerbe der Lebens  und Sozialberatung, Ernährungsberatung sind nicht erfüllt), ebenso wenig entsprechen die vom Beklagten angewendeten Methoden der von ihm angesprochenen Sport  und Ernährungsmedizin.“

Der Standard bezieht sich in seinem Artikel „Rückenschmerzen werden oft falsch behandelt“ am 22. März 2018 (derstandard.at/2000076540305/StudieRueckenschmerzen-werden-oft-falsch-behandelt) auf die Studie „What low back pain is and why we need to pay attention“ in The Lancet (http://www.gruene-masseurinnen.at/index.php/info-pool/studien/321-hartvigsen-jan-et-al-what-low-back-pain-is-and-why-we-need-to-pay-attention) und greift die, den Forschern zufolge, falsche Empfehlung vieler Ärzte für Schmerzmittel und Schonung auf.

Schmerzen im unteren Rücken sind, so der Standard die Studie zitierend weiter, am besten in der Primärversorgung aufgehoben und die allererste Behandlung sollte vor allem Information sein – Information darüber, wie betroffene Menschen durch diverse Maßnahmen und Lebensstiländerungen weiterhin aktiv und im Arbeitsleben integriert bleiben können, denn in der Mehrheit der Fälle nämlich helfen einfache physiologische Therapien, die eben das ermöglichen. Schonung ist auch deshalb ein Problem, weil die Gründe für unspezifische untere Rückenschmerzen häufig in einem Bewegungsmangel liegen und vor allem Menschen mit sitzenden Berufen betroffen sind.

In der Praxis allerdings wird ein hoher Anteil betroffener Menschen in Notfallaufnahmen versorgt, und Röntgenuntersuchungen, chirurgische Eingriffe und das Verschreiben von Schmerzmitteln stehen unnötigerweise, wie die Studienautoren ausführen, auf der Tagesordnung. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt erhalten, darauf weist die Studie in aller Deutlichkeit hin, falsche Behandlungen. Das Fazit der StudienautorInnen ist deshalb, dass Krankenkassen künftig ausschließlich die Kosten für sichere, evidenzbasierte und effektive Behandlungen übernehmen sollten. Ergänzend seien aber auch Forschungsarbeiten hinsichtlich Prävention, verbesserten Untersuchungsmöglichkeiten und wirksameren Behandlungsmethoden von großer Bedeutung.

(Eduard Tripp)

Ende Mai ist die neue Datenschutzverordnung in Kraft getreten .. hier noch eine Schnellanleitung: https://news.wko.at/news/wien/Schnellanleitung_DSGVO-fuer-Gewerbebetriebe.pdf

Die Wiener Innung erhebt in einem aktuell verschickten Rundschreiben den Bedarf an weiteren Informationen zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

  • Sollte sich eine größere Anzahl von Mitgliedern bis spätestens 15. Juli per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden, so plant die Wiener Innung voraussichtlich für September eine zusätzliche Informationsveranstaltung mit Dr. Hörlsberger.

In der Studie von Zheng, Zhixin et al.:T("herapeutic evaluation of lumbar tender point deep massage for chronic non-specific low back pain")  zeigt sich die Wirksamkeit von Tiefengewebsmassage bei unteren Rückenschmerzen. Verglichen werden in der vorliegenden Arbeit Lumbaltraktionen mit und ohne Tiefengewebsmassage: http://www.gruene-masseurinnen.at/index.php/info-pool/studien/336-zheng-zhixin-et-al-therapeutic-evaluation-of-lumbar-tender-point-deep-massage-for-chronicnon-specific-low-back-pain