Wie berichtet sind uns sexuelle Belästigungen / sexualisierte Übergriffe in der Massage-Praxis ein wichtiges und dringliches Anliegen. Aus diesem Grund haben wir einen Antrag für die nächste Ausschuss-Sitzung im Herbst eingebracht, mit dem wir die Schaffung einer Anlaufstelle für Betroffene etablieren wollen. Die Zielsetzungen einer solchen Anlaufstelle sind:

  • Kolleg*innen, die von solchen Vorfällen betroffen sind/werden, professionell zu unterstützen;
  • Image-Schäden für die gesamte Branche zu vermeiden (d.h. diese Anlaufstelle sollte auch als Beschwerdestelle für Übergriffe durch z.B. Masseur*innen fungieren, denn bislang können sich Betroffene nur an die Gleichbehandlungsanwaltschaft oder Gerichte wenden);
  • ergänzend auch regelmäßig Workshops anzubieten, in denen z.B. Masseur*innen professionell auf solche Situationen vorbereitet werden; und
  • ganz grundsätzlich ein Zeichen zu setzen, dass die Standesvertretung ihre Mitglieder auch in dieser Problematik „nicht im Regen stehen lässt“.

Informelle Gespräche deuten darauf hin, dass diese Problematik in "unserer" Innung nicht nur im Bereich der Massage besteht, möglicherweise auch in anderen Branchen. Dringlicher Handlungsbedarf besteht aber in unserem Gewerbe, weshalb wir nicht auf "die Wirtschaftskammer" warten sollten. Aber umso erfreulicher, wenn sie sich unserer Initiative anschließt und uns darin unterstützt!

Begonnen haben wir den Newsletter, begleitend zu den aktuellen Informationen auf der Website, im November 2018. Unser Ziel war und ist, so rasch und vollständig wie möglich Informationen mit euch zu teilen, über Hintergründe und Entwicklungen zu berichten. Und euch natürlich auch darüber zu informieren, welche Ziele und Zielsetzungen wir in bestimmten Themenbereichen verfolgen. Was wir für unsere Berufsgruppe erreichen wollen, was die Hintergründe dazu sind und wofür wir uns einsetzen.

  • Die Grundlage dafür, sich eine eigenständige Meinung zu bilden und darauf Entscheidungen aufzubauen, sind Informationen. Umfassende, ja manchmal sogar scheinbar widersprüchliche Informationen bilden die Basis komplexer Meinungsbildung und sind die Grundlage für effektives und nachhaltiges Handeln. Das gilt für uns Mandatar*innen in der Innung ebenso wie – generell – für alle beruflich Tätigen.

Anregungen und Kommentare helfen uns. Feedback, Diskussion und (sachliche) Kritik gehören essentiell dazu und sind uns deshalb sehr willkommen!

Das Thema sexueller Belästigung / sexualisierter Übergriffe in der Massage-Praxis haben wir schon Ende 2019 / Anfang 2020 thematisiert (nachdem es Ende 2019 verstärkt an uns herangetragen wurde. Mit der Corona-Problematik, aber auch mit der WK-Wahl 2020 und den geänderten Mandatsverhältnissen, trat das Thema dann allerdings in den Hintergrund.

Da es sich aus unserer Sicht aber um ein wichtiges, wenngleich kaum öffentlich gemachtes Thema handelt (viele von uns kennen Betroffene, dennoch aber gibt es nur sehr wenig öffentliche Wahrnehmung darüber), greifen wir nun dieses Thema wieder auf und wollen für betroffene freiberufliche Masseur*innen in Wien (und letztlich, wenn möglich, österreichweit) Anlaufstellen etablieren und Unterstützung verfügbar machen. Wir hoffen auf Unterstützung auch der anderen Fraktionen, denn ohne diese lässt sich das Projekt nicht umsetzen.

Der Hintergrund unseres Anliegens

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass nur wenige und vor allem jüngere Frauen von sexueller Belästigung betroffen sind, deuten aktuelle Studien und Umfragen darauf hin, dass das so nicht stimmt: Auch ältere Frauen und Männer sind von dieser Problematik betroffen und die meisten Vorfälle werden nicht öffentlich gemacht. Generell, so Expert*innen, gilt: Sexualisierte Übergriffe können prinzipiell jeden Menschen treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Beeinträchtigung oder Herkunft.

Schon 2019 haben wir zu diesem Thema recherchiert und die Ergebnisse in einem Dokument zusammengefasst.

Der Newsletter 18 vom 22. Juni kann hier online nachgelesen werden.

Nach dem ersten Lockdown - so der aktuelle Newsletter, der nach längerer Pause vor kurzem wieder ausgesendet wurde - war die Hoffnung, dass die Situation damit zumindest größtenteils unter Kontrolle gebracht wäre und dass das gewohnte Leben nach diesem Schock (Wer hätte gedacht, dass wir, die wir keine Kriegszeiten in unserem Land erlebt haben, eine Ausgangssperre erleben?) wieder in seine normalen Bahnen kommt.

Es kam aber anders: weitere Lockdowns, Restriktionen in der Berufsausübung, verunsicherte Masseur*innen (Fußpfleger*innen, Kosmetiker*innen …), verängstigte Kund*innen und – in der Heilmassage – Patient*innen, existentielle Sorgen, Auseinandersetzung mit Impfung und Impfpflicht, die unklare Interpretation der Maßnahmen, z.B. im Unterrichtsbereich mit der Frage, was notwendige/erforderliche Veranstaltungen sind und was verschoben werden soll oder muss…

Polarisierte und polarisierende Ansichten über den Umgang mit dem Virus, mit der Erkrankung und mit den Maßnahmen waren zunehmend an der Tagesordnung. Unterschiedliche Informationsquellen und -kanäle kamen zu oft gegensätzlichen Ansichten und Schlussfolgerungen.

Fachliche Themen traten in dieser Zeit in der öffentlichen Diskussion zunehmend in den Hintergrund und wir haben aus diesem Grund Blog und Newsletter vorübergehend eingestellt, da wir unsere Expertise im fachlichen Bereich sehen (nicht aber z.B. in Virologie, Immunologie oder Epidemiologie oder der Verkündung der jeweils aktuellen Maßnahmen, die ja von vielen Seiten her erfolgte).

Wir melden wir also hiermit wieder zurück im Netz mit aktuellen Informationen und Initiativen – und hoffen auch weiterhin auf Eure Unterstützung und Eure Anliegen/Ideen!