Ab 8. Februar dürfen wieder alle körpernahen Dienstleistungen, also auch Massage, angeboten werden. Allerdings gibt es dafür strenge Auflagen für Anbieter*innen und Klient*innen/Kund*innen.


Klient*innen

Kund*innen/Klient*innen müssen ein negatives PCR- oder Antigen-Testergebnis vorweisen, das (vom Zeitpunkt der Probenahme gerechnet) nicht älter als 48 Stunden sein darf (der Dienstleister ist verpflichtet, das zu überprüfen) und müssen eine FFP2-Maske tragen (es sei denn, das ist auf Grund der Eigenart der Dienstleistung nicht möglich - dann sind sonstige geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen) 

  • Selbsttests gelten nicht (weil „nicht kontrolliert werden kann, ob der Test korrekt durchgeführt wurde und wer den Test durchgeführt hat“).
  • Für Kinder bis 10 gilt das Testergebnis der Eltern bzw. eines oder einer Erziehungsberechtigten. Ab dem Alter von 10 Jahren brauchen Kinder ein eigenes Testergebnis.
  • Personen, die in den vergangenen sechs Monaten mit COVID-19 infiziert waren und mittlerweile genesen sind, sind von der Testpflicht ausgenommen (auch hier die Verpflichtung, dass dies nachgewiesen wird: ärztliche Bestätigung über eine abgelaufene Infektion oder Nachweis über neutralisierende Antikörper).
  • Bzgl. Personen, die geimpft wurden, gibt es (noch) keine Informationen.


Anbieter*innen

Anbieter*innen müssen weiterhin die schon bisher gültigen Hygienevorschriften einhalten, haben eine FFP2-Maskentragepflicht und müssen (voraussichtlich) einen wöchentlichen PCR- oder Antigentest machen.

  • Genaue (verlässliche) Informationen zur Testpflicht der Anbieter*innen lassen sich erst nach Veröffentlichung der Verordnung machen.
     

Quellen:
Website des Sozialministeriums
FAQ des Sozialministeriums
Information des Wirtschaftsministeriums 

Auch in Deutschland gibt es seit 28. Jänner eine Online-Petition zur Öffnung der Shiatsu-Praxen.

Die Initiator*innen der Zen-Shiatsu-Schule in Berlin führen dazu aus: "Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, unseren Beitrag zu einer besseren Bewältigung dieser Krise zu leisten und fordern daher die Möglichkeit, Shiatsu auch während eines sogenannten Lockdowns anbieten zu dürfen. Mit dieser Petition wollen wir auf die Bedeutung von Shiatsu in Krisensituationen hinweisen."

In der heutigen (18.1.2021) Presseaussendung des ÖDS geht es um die Corona-bedingte Schließung der Shiatsu-Praxen. Hintergrund ist die Petition "Pro Shiatsu", die die Bedeutung von Körperarbeit in Zeiten von COVID-19 hervorheben möchte und in etwa zwei Tagen schon mehr als 10.000 Unterstützer gefunden hat. Die Petition wurde von Mike Mandl diese Woche ins Leben gerufen und wird vom Österreichischen Dachverband für Shiatsu (ÖDS) unterstützt

"Seit bereits mehr als 20 Jahren", so der Text der Presseaussendung, "ist Shiatsu in Österreich ein anerkannter gewerblicher Beruf im Dienste der Gesundheit. Heute gibt es rund 2.000 Shiatsu-Praktizierende, mehr als die Hälfte davon sind Mitglied beim ÖDS. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich ganz vorne, denn im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es hierzulande besonders viele Shiatsu-Praktiker*innen". "Während Shiatsu in Zeiten des Lockdowns in manchen Ländern, wie etwa Israel, eine Sonderstellung eingeräumt wurde, ist es in Österreich verboten Behandlungen anzubieten. Der große Zuspruch, den die Petition erfährt, zeigt uns, dass nicht nur Shiatsu-Praktiker*innen selbst davon überzeugt sind, dass ihre Arbeit, gerade auch während der Pandemie, wichtig ist. Daher unterstützen wir diese Initiative“, so Alexandra Gelny, Shiatsu-Praktikerin und Sprecherin des Österreichischen Dachverbands für Shiatsu (ÖDS).

"Das Ziel des Initiators", so die Aussendung, "sind mindestens 10.000 Unterschriften. Damit will Mandl nun an die Entscheidungsträger*innen im Bundesministerium für Gesundheit, allen voran Bundesminister Anschober, herantreten. Mandl betont, dass er nicht 'gegen, sondern für etwas sei'. In der Petition wird die gesellschaftliche Verantwortung von Shiatsu-Praktizierenden hervorgehoben, denn gerne würde man einen Beitrag zu einer besseren Bewältigung der Krise leisten. 'Wir alle sind von dieser Krise betroffen. Meistern können wir sie nur gemeinsam. Viele Berufe haben Kompetenzen, die sie einbringen könnten. Auch wir Shiatsu Praktiker*innen. Die Lockdown-Situation und auch die Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft erzeugen bei sehr vielen Menschen erhöhte Anspannung und intensiven Stress. Hier kann ein ganzheitliches System wie Shiatsu konkret Hilfe anbieten. Wir sehen es als unseren Beitrag und unsere gesellschaftliche Verpflichtung, diese Hilfe auch leisten zu können'."

Die Schließung sei nur schwer nachvollziehbar, denn "vergleichbare Berufsgruppen, wie beispielsweise Heilmasseur*innen, arbeiten unter denselben strengen Hygiene-Auflagen wie Shiatsu-Praktiker*innen, auch während des Lockdowns. Bis heute ist Mandl noch kein einziger Übertragungsfall aus dem Massage- oder Physiotherapie-Bereich bekannt. 'Während der Pandemie ist es nicht nur wichtig Krankheit zu vermeiden, sondern auch Gesundheit zu fördern', sagt Mandl. Mehr und mehr Menschen leiden unter Depressionen, die Folgen eines Mangels an Bewegung und Berührung machen sich bemerkbar. Dazu kommen Stress, Schlafstörungen und Ängste. Diese Entwicklung verfolgt man auch beim ÖDS, der bereits mehrfach mit Aussendungen auf die Folgen geschlossener Shiatsu-Praxen aufmerksam gemacht hat. 'Es gibt einige Länder, in denen komplementäre, die Gesundheit unterstützende Methoden auch während eines Lockdowns zugelassen sind', sagt Gelny. 'Shiatsu trägt zur Stärkung des Immunsystems und zur Abwehr von Krankheiten bei. Deshalb spricht sich der ÖDS für eine Öffnung unter den nötigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen aus', ergänzt die Shiatsu-Praktikerin und Sprecherin des ÖDS".

Nicht nur in Österreich, auch in Belgien, regt sich Widerstand gegen die Schließung von Shiatsu-Praxen im Lockdown. Ähnlich wie in der österreichische Petition betonen auch die belgischen Initiator*innen die hohen Hygiene-Standards von Shiatsu-Praktiker*innen und die (mögliche) Unterstützung der Bevölkerung im Umgang mit den negativen Folgen der Lockdowns.

Der Text der Petition:

"Da Shiatsu als nicht-medizinischer Kontaktberuf gilt, mussten alle Shiatsu-Sitzungen seit dem 2. November ausgesetzt werden. Das bedeutet, dass niemand mehr von diesem wertvollen und essentiellen alternativen Ansatz profitieren konnte. Sind auch Sie von dem Mehrwert von Shiatsu überzeugt, gerade in diesen stressigen Zeiten? Dann unterschreiben Sie diese Petition!

Wir, der belgische Shiatsu-Verband und alle seine Mitglieder, Fachleute, Student*innen und Shiatsu-Klient*innen
stellen fest

  • dass Shiatsu für viele Menschen genauso essentiell ist wie die regelmäßige Pflege
  • dass das Verbot von Shiatsu die Bevölkerung eines nützlichen Werkzeugs im Kampf gegen die negativen Folgen der Pandemie beraubt (vgl. psychische Gesundheit und Immunität)
  • dass Shiatsu-Praktizierende strenge Hygieneregeln befolgen und ihre Behandlungen daher keine höheren Risiken darstellen als die anderer Gesundheitspraktiken
  • dass das Verbot von Shiatsu sowohl bei den Ausübenden als auch bei den Empfängern auf Unverständnis stößt

Wir fordern (deshalb)

  • die sofortige Wiederbelebung von Shiatsu als komplementäre Gesundheitspraxis. Shiatsu kann Teil der Lösung sein."

 

FFP2-Maske
Ab 25. Jänner tritt in Österreich der verpflichtende Gebrauch von FFP2-Masken in Kraft, in öffentlichen Verkehrsmitteln ebenso wie beispielsweise in Kundenbereichen von Betriebsstätten und Dienstleistungsbetrieben (sofern geöffnet). Aller Voraussicht nach wird die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske nach Öffnung körpernaher Dienstleistungen auch bei und für Masseur*innen, Fußpfleger*innen, Kosmetiker*innen … verpflichtend sein.

Grundsätzlich sind FFP2-Masken für den (vor allem medizinischen) Einsatz in Bereichen mit einem erhöhten Infektionsrisiko als Einwegprodukte gedacht und werden dort nach der Nutzung zur Vermeidung weiterer Infektionsrisiken entsorgt. Bei der privaten Nutzung (z.B. zum Einkaufen oder zur Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels) ist allerdings mit einer geringeren Erregerbelastung zu rechnen, weshalb die Wiederverwendung hier eine, wie die FH Münster schreibt, „sinnvolle Ergänzung darstellen“ kann.

Die Belastung durch Bakterien und Viren ist ein wichtiger Punkt bei einer Wiederverwendung von Masken, weil Jeder Träger in der Maske Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora hinterlässt. Diese lassen sich mit einfachen Verfahren nicht vollständig inaktivieren. Daher kommt nur eine personenbezogene Wiederverwendung in Betracht.

Forscher*innen der FH Münster (Bereiche Chemie, Physik, Toxikologie) und der Wilhelms-Universität Münster (Virologie, Mikrobiologie) haben im Rahmen eines vom deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geförderten Forschungsprojektes untersucht mit welchen einfachen, im privaten Haushalt umsetzbaren Methoden mögliche Erreger effektiv eliminiert werden, ohne dass das empfindliche Maskenmaterial Schaden nimmt und so die Wirksamkeit der Maske eingeschränkt wird. Dabei zeigte sich, dass insbesondere die Temperatur ein entscheidender Faktor für die einfache und effiziente Wiederaufbereitung der FFP2-Maken darstellt, weil der Virus auch bei 70 Grad Celsius nach einer Stunde noch infektiös ist.

  

Sieben-Tage-Regel

Idealerweise, so die Forschungsergebnisse, sollten Privatpersonen eine FFP2-Maske nur einen Tag benutzen und die Maske anschließend eine Woche lang ruhen lassen (aufgehängt an der Luft trocknen lassen). In dieser Zeit verlieren auf den Masken befindliche Viren weitestgehend ihre Infektiosität, sodass anschließend eine Wiederverwendung möglich ist. Nach einer Woche waren nur noch Erreger der eigenen Nasen-, Rachen- und Hautflora auf der Maske nachweisbar

  • Unter Anwendung dieser Regel werden 7 Masken benötigt, um einen täglichen Maskenwechsel durchführen zu können.
  • Ein solcher Trocknungszyklus sollte maximal 5 Mal wiederholt werden.
  • Auf keinen Fall sollten FFP2-Masken auf die Heizung gelegt werden, weil insbesondere der Bereich zwischen 30 und 40 Grad vielen Bakterien und Pilzen optimale Bedingungen zur Vermehrung bildet.

  

Schnellere Aufbereitung im Backrohr: 1 Stunde bei 80 Grad

Da SARS-CoV-2 zu den behüllten Viren zählt, die empfindlich auf hohe Temperaturen reagieren, ist die Behandlung der Masken eine Methode, die die Regenerationszeit der Maske deutlich verringert. Wichtig ist die exakte Temperatur von 80 Grad (Ober- und Unterhitze). Weniger Temperatur soll es wegen des Virus nicht sein und auch nicht mehr, um die Funktion der Maske nicht zu beeinträchtigen (ausgenommen sind hier ganz prinzipiell Masken mit Atemventil und vorgeformte Masken). Die Virenlast, so das Untersuchungsergebnis, wird bei dieser Methode vollständig eliminiert, die Schutzwirkung (Filterleistung) bleibt aber erhalten, wobei die Einhaltung der 80 Grad von Bedeutung ist.

Die Backofen-Methode ist allerdings, wie z.B. der Mitteldeutsche Rundfunk mit Bezug auf die Deutsche Gesellschaft für Sterilgutversorgung (DGSV) schreibt, umstritten: 

  • Zum einen, weil dabei keimbelastete Luft nach außen dringen kann; und
  • zum anderen weil die Temperatur von genau 80 Grad Celsius oft nicht gewährleistet werden kann.
  • Auch, so die DGSV, sei eine Hitzebehandlung nur zwei Mal möglich, bevor die Filterleistung der Maske beeinträchtigt ist.

 

Was man nicht tun sollte

  • Die Maske im Kochtopf kochen, weil dabei die Materialien häufig beschädigt werden.
  • Die Erhitzung in der Mikrowelle, in der Waschmaschine oder im Geschirrspüler waschen, kann die Filterleistung beeinträchtigen.
  • Eine UV-Lampe inaktiviert zwar das Sars-CoV-2, wirkt aber nur bei direkter Lichteinstrahlung und daher nur auf der Maskenoberfläche. Viren, die sich in der Maske befinden, werden dadurch nicht hinreichend inaktiviert. Zudem kann das UV-Licht negative Auswirkungen auf die Kunststoffe der Maske haben.
  • Desinfektionsmittel beinträchtigen auch die Funktionsfähigkeit der Maske.
  • Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk

(aktualisiert: 21.1.2021)