Ob HeilmasseurInnen im Gesundheitsberuferegister eingetragen werden sollen – oder auch wollen: Diese Frage hat in den letzten Monaten einiges an Kontroversen mit sich gebracht. Viel wird und wurde über „den“ Wunsch „der“ HeilmasseurInnen gesprochen, mal für die Eintragung mal gegen diese.

Um Klarheit über die Wünsche seiner Mitglieder zu erhalten, hat der Wiener Ausschuss in seiner Sitzung letzte Woche beschlossen, eine Befragung durchzuführen und die Wünsche der in Wien tätigen HeilmasseurInnen zu erheben.

Im Mai hat die Bundesinnung eine österreichweite Vorgehensweise für individuelle Befähigungen beschlossen. Dieser zufolge sollen Zuordnungen zu „neuen“ Techniken – Techniken, die nicht in der Massage-Verordnung angeführt sind – auf Basis der vorgefundenen Massagetechniken zu klassischer Massage, Fußreflexzonenmassage, Segmentmassage/Tiefenmassage, Bindegewebsmassage, Akupunktmassage und Lymphdrainage erfolgen.

Beschlossen ist allerdings nicht korrekt formuliert, da die Gewerbebehörden – in Wien die MA 63 – letztendlich über die Zulassung zur Gewerbeberechtigung entscheiden und die Innungen nur Empfehlungen geben können. Letztlich handelt es sich um eine Empfehlung für eine österreichweite Vorgehensweise, die auf der BIAS im Mai mehrheitlich (mit zwei Gegenstimmen) beschlossen wurde. Zwar wurde ergänzend festgehalten, dass eine Einschränkung in einer Technik, die nicht zugeordnet werden kann, auch auf diese hin erfolgen kann, die „obligate“ österreichweite Abstimmung der Innungen, schränkt diese Offenheit aber wieder ein.

Konkret ist davon im Verständnis der Bundesinnung unter anderen Nuad betroffen, für das in Zukunft klassische Massage erlernt und nachgewiesen werden müsste (ebenso wie Praxis) – wie in mehreren Beiträgen in den vergangenen Newslettern ausgeführt (beispielsweise im 5. Newsletter vom 3. April).

Der Wiener Ausschuss hat sich ausführlich mit der Thematik der individuellen Befähigung auseinandergesetzt und letzte Woche beschlossen, in dieser Fragestellung aus inhaltlichen Gründen nicht der Empfehlung der Bundesinnung zu folgen und Nuad nicht der klassischen Massage zuzuordnen. Wohl aber ist der Wiener Innung Qualität und KundInnensicherheit ein wesentliches Anliegen, weshalb umgehend entsprechende inhaltliche Empfehlungen erarbeitet werden.

Eine 2017 an Kaninchen mit synchrotronbasierten IL-XPCI-CT-Methode durchgeführte Studie ("The micro-structure of Shangjuxu acupoint (ST37) by X-ray phase-contrast CT imaging based on synchrotron radiation") zeigt im Bereich des Akupunkturpunktes Ma 37 signifikant mehr kapillare Strukturen als das umgebende Gewebe. Die sich daraus ergebene Größe des Akupunkturpunktes beträgt (bei Kaninchen und an diesem Punkt) etwa 5,7 cm - ein Ergebnis, das den AutorInnen zufolge in Einklang mit bisherigen Ergebnissen und den Theorien der Traditionellen Chinesischen Medizin steht. 

Mehr dazu unter https://www.gruene-masseurinnen.at/index.php/info-pool/studien/494-chenglin-liu-et-al-the-micro-structure-of-shangjuxu-acupoint-st37-by-x-ray-phase-contrast-ct-imaging-based-on-synchrotron-radiation 

Der 9. Newsletter der Grünen MasseurInnen (vom 24. August) ist jetzt online auf der Website nachzulesen: https://www.gruene-masseurinnen.at/index.php/component/acymailing/mailid-23?key=o3EArJ2E&subid=14-WDQ4XRxIccwWNv&tmpl=component 

Themen des Newsletter sind:

  • Überlegungen zur individuellen Befähigung auf dem Hintergrund der aktuellen Empfehlung der Bundesinnung; und
  • die Massage-Kompetenz der PhysiotherapeutInnen (in Folge der FH-Ausbildungen).

Frühere Newsletter finden sich im Archiv.

Eine von Carla Stecco et al. 2011 erschienene Studie ("Hyaluronan within fascia in the etiology of myofascial pain") untersucht die Rolle von Hyaluronsäure und tiefen Faszienstrukturen auf die Entstehung von myofaszialen Schmerzen.

Die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Hyaluronsäure werden durch Temperatur, chemische Elemente und Druck verändert. Wenn die Hyaluronsäure eine stärker gepackte Form annimmt (allgemeiner ausgedrückt: wenn das lose Bindegewebe innerhalb der Faszie seine Dichte ändert), könnte das Verhalten der gesamten tiefen Faszie und des darunter liegenden Muskels beeinträchtigt werden. Darüberhinaus gibt es klare Hinweise, dass die Aktivierung der Rezeptoren stark von der Viskoelastizität des umgebenden Gewebes beeinflusst wird. Da die Hyaluronsäure eines der wichtigsten Elemente ist, das die Viskoelastizität eines Gewebes bestimmt, könnte eine Veränderung in der Präsenz der Hyaluronsäure die Aktivierung der Rezeptoren in der Faszie verändern - und damit myofasziale Schmerzen verursachen ... mehr unter https://www.gruene-masseurinnen.at/index.php/info-pool/studien/491-stecco-carla-et-al-hyaluronan-within-fascia-in-the-etiology-of-myofascial-pain