Im Mai hat die Bundesinnung eine österreichweite Vorgehensweise für individuelle Befähigungen beschlossen. Dieser zufolge sollen Zuordnungen zu „neuen“ Techniken – Techniken, die nicht in der Massage-Verordnung angeführt sind – auf Basis der vorgefundenen Massagetechniken zu klassischer Massage, Fußreflexzonenmassage, Segmentmassage/Tiefenmassage, Bindegewebsmassage, Akupunktmassage und Lymphdrainage erfolgen.

Beschlossen ist allerdings nicht korrekt formuliert, da die Gewerbebehörden – in Wien die MA 63 – letztendlich über die Zulassung zur Gewerbeberechtigung entscheiden und die Innungen nur Empfehlungen geben können. Letztlich handelt es sich um eine Empfehlung für eine österreichweite Vorgehensweise, die auf der BIAS im Mai mehrheitlich (mit zwei Gegenstimmen) beschlossen wurde. Zwar wurde ergänzend festgehalten, dass eine Einschränkung in einer Technik, die nicht zugeordnet werden kann, auch auf diese hin erfolgen kann, die „obligate“ österreichweite Abstimmung der Innungen, schränkt diese Offenheit aber wieder ein.

Konkret ist davon im Verständnis der Bundesinnung unter anderen Nuad betroffen, für das in Zukunft klassische Massage erlernt und nachgewiesen werden müsste (ebenso wie Praxis) – wie in mehreren Beiträgen in den vergangenen Newslettern ausgeführt (beispielsweise im 5. Newsletter vom 3. April).

Der Wiener Ausschuss hat sich ausführlich mit der Thematik der individuellen Befähigung auseinandergesetzt und letzte Woche beschlossen, in dieser Fragestellung aus inhaltlichen Gründen nicht der Empfehlung der Bundesinnung zu folgen und Nuad nicht der klassischen Massage zuzuordnen. Wohl aber ist der Wiener Innung Qualität und KundInnensicherheit ein wesentliches Anliegen, weshalb umgehend entsprechende inhaltliche Empfehlungen erarbeitet werden.

Kommentare   

#2 Martin Roth 2019-10-09 08:48
Aufgrund von zahlreichen Patientenbeschwerden hat im Jahr 2014 das Gesundheitsministerium in Österreich alle esoterischen, spirituellen und religiösen Methoden in der Psychotherapie aus Verstoß gegen Berufsethik bewertet und sind deshalb explizit als Behandlung ausgeschlossen und abgelehnt.

Wir müssen die Fragen stellen,
ob Masseure und Heilmasseure, die ebenfalls eine Gesundheitsberuf ausüben, eine anderer Berufsethik bedienen sollen/können und dadurch das Ansehen des Berufes gefährden.
ob diese Methoden -esoterische, spirituelle und Methoden ohne ein "Mindestmaß an Rationalität" - der Annäherung an das etablierte Gesundheitswesen ein Hindernis darstellen.

Bei aller Wertschätzung für die spirituelle Dimension: Problematisch ist die Tatsache, dass die religionspsychologischen Einzelnbefunde dieses Ansatzes in eine esoterische Wirklichkeitsdeutung eingebettet werden. Dieser wird als "materialistische Perspektive" qualifiziert und irreführend mit einer höchst spekulativen Quantenphysik erklärt, welche bald technische Hilfsmittel bereitstellen könne.

Um nicht missverstanden zu werden: die spirituelle Dimension ist ein wichtiger Bereich der Persönlichkeit, der mehr psychologisches Interesse verdient - Aber bitte differenziert!
Wird die energetische Reinigung/Blockadenlösung als neuestes Wissen angepriesen und werden ihre weltanschauliche Grundlage nicht offen gelegt, findet eine unprofessionelle Vereinnahmung statt, der Menschen in die Irre führt.
#1 eva alagoda-coeln 2019-09-17 08:02
edi, du bist super!!! ein gaaaaanz großes danke für dein unermüdliches engagement!!!

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