Eine Stichprobenuntersuchung von 2.000 ÖsterreicherInnen, die seit 31. März läuft, soll klären, wie viele Menschen bereits mit Corona infiziert sind (Prävalenz) und wie viele von ihnen nichts davon bemerken, weil sie sich nicht krank fühlen. Erste Ergebnisse deuten auf eine „Durchseuchung“ der österreichischen Bevölkerung in der Höhe von 1 Prozent hin.

Die Untersuchung, die vom Sozialforschungsinstitut SORA organisiert und vom Österreichischen Roten Kreuz durchgeführt wurde, lief in drei Phasen ab:

  • Information: 2.000 Haushalte wurden statistisch repräsentativ und über ganz Österreich verteilt zufällig ausgewählt und vorab brieflich oder telefonisch informiert.
  • Testung: Die Testung erfolgte durch PCR-Tests (Polymerase-Ketten-Reaktion), die direkt nach dem Erbgut von SARS-CoV-2 suchen. Die „Abstriche“ wurden von der Medizinischen Universität Wien analysiert.
  • Telefonische Befragung: In zeitlichem Abstand erfolgte eine telefonische Befragung der getesteten Personen zu Symptomen.

Die Ergebnisse der Studie sind notwendig, um die bisher unbekannte „Dunkelziffer“ zu ermitteln. Bislang liegen nur Informationen zur Zahl der Neuinfizierten, nicht aber (vor allem wegen asymptomatischer Krankheitsverläufe) Informationen über die Verbreitung des Virus vor. Informationen darüber, wie viele Menschen die Erkrankung schon haben/hatten sind wichtig für Entscheidungen darüber, wann Geschäfte, Betriebe, Schulen und Universitäten geöffnet werden können/sollen.

Eine hohe Dunkelziffer (nicht erfasste Infizierte mit meist schwachen oder keinen Symptomen) würde bedeuten, dass sich das Virus schneller verbreitet / verbreiten kann. Und andererseits würden bei einer hohen Dunkelziffer aber auch die Hospitalitäts- und Letalitätsraten sinken, also weniger Infizierte auch ins Krankenhaus müssen bzw. sterben (Quelle: https://www.bmbwf.gv.at/Themen/Forschung/Aktuelles/COVID-19-Studie.html).

Erste Ergebnisse, wie die Salzburger Nachrichten berichten, liegen bereits vor und besagen, dass aktuell weniger als ein Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen das Virus aufweist. Das bedeutet, dass aktuell etwa 88.000 ÖsterreicherInnen bereits infiziert sind/waren. Die Hoffnung, dass ein großer oder zumindest größerer Anteil der österreichischen Bevölkerung bereits eine Corona-Infektion durchgemacht hat, hat sich mit diesem Ergebnis zerschlagen. Von der erwünschten Durchseuchung der Bevölkerung mit Coronaviren (und der damit verbundenen Herdenimmunität) ist Österreich damit (auch zeitlich) noch weit entfernt.

Kommentare   

#1 Eduard Tripp 2020-04-09 14:36
Die erhobenen Daten passen in das Bild, das Hendrik Streeck im Landkreis Heinsberg erhoben hat ... https://www.gruene-masseurinnen.at/index.php/info-pool/coronavirus/724-corona-eine-studie-im-von-corona-besonders-betroffenen-landkreis-heinsberg-legt-eine-lockerung-der-bisherigen-massnahmen-nahe-2

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