KleinunternehmerInnen sind UnternehmerInnen, die Wohnsitz oder Sitz in Österreich haben und die Umsatzgrenze von € 30.000,-- jährlich nicht überschreiten. Im Fall von verschiedenen unternehmerischen Tätigkeiten sind die Umsätze zusammenzurechnen.

  • Für die Berechnung der Grenze ist die Umsatzsteuer herauszurechnen, auch wenn der Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer abführen muss. In diese Grenze nicht einbezogen werden allerdings Umsätze aus Hilfsgeschäften (Verkauf von Anlagegütern) und Geschäftsveräußerungen.
    Erzielt eine UnternehmerIn beispielsweise Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit in der Höhe von € 30.000,-  und Mieteinnahmen in der Höhe von € 4.400,-, so kommen für die Berechnung € 25.000,- aus selbständiger Tätigkeit (30.000 / 1,2) und 4.000,- aus Mieteinahmen (4.400 / 1,1) zu tragen. Insgesamt also € 29.000,-, womit die Umsatzgrenze von € 30.000,- nicht überschritten wird und die Kleinunternehmerregelung kann angewendet werden.
  • Auf Rechnungen ist keine UID-Nummer anzuführen, wohl aber ein Hinweis auf die Steuerfreiheit, wie z.B. „Umsatzsteuerfrei aufgrund der Kleinunternehmerregelung“.
  • Einmal in fünf Jahren darf die Grenze um max. 15% überschritten werden.

Seit 1. Jänner 2017 sind auch Umsätze aus Heilbehandlungen gemäß Abgabenänderungsgesetz (AbgÄG), BGBl. I Nr. 117/2016], § 6 Abs 1 Z 8 lit. d und j, Z 9 lit. b und d, Z 10 bis 15, Z 17 bis 26 und Z 28 UStG, wie eben Heilmassage, nicht in die Umsatzgrenze einzubeziehen.

  • Erzielt eine UnternehmerIn beispielsweise Einnahmen aus ihrer selbständigen Tätigkeit als Heilmasseurin in der Höhe von € 30.000,- sowie Einnahmen aus Vorträgen in der Höhe von € 5.000,- und Mieteinnahmen in der Höhe von € 4.400,-, so kommen für die Berechnung nunmehr ausschließlich € 9.400.- zu tragen, da die Einnahmen aus den Heilbehandlungen für die Berechnung der Umsatzgrenze nicht mehr berücksichtigt werden. Die Kleinunternehmerregelung kann also angewendet werden.


Verzicht auf die Steuerbefreiung

Es besteht allerdings auch die Möglichkeit auf die Steuerbefreiung zu verzichten. In diesem Fall erfolgt die Besteuerung nach den allgemeinen Grundsätzen (steuerpflichtige Umsätze verbunden mit dem Recht auf Vorsteuerabzug nach § 12 UStG).

  • Um diese Option auszuüben, muss dem Finanzamt gegenüber schriftlich erklärt werden, dass man auf die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer verzichtet (§ 6 Abs 3 UStG). Diese Erklärung, falls sie nicht bis zur Rechtskraft des betreffenden Umsatzsteuerbescheides wieder zurückgenommen wird, bindet die UnternehmerIn für mindestens fünf Jahre.
  • Erst nach Ablauf dieses fünfjährigen Bindungszeitraumes besteht die Möglichkeit, die Verzichtserklärung (fristgerecht, d.h. bis zum Ablauf des ersten Monats eines Kalenderjahres) zu widerrufen. In weiterer Folge kann die unechte Steuerbefreiung für KleinunternehmerInnen erneut in Anspruch genommen werden.

Quellen

(Autor: Eduard Tripp)